Web 2.0 im Unternehmenseinsatz – bloggen statt mailen
Von Alexandra Wackernagel • Okt 15th, 2008 • Rubrik: Alle Artikel, Social MediaDer “Netzökonom” Holger Schmidt berichtet im FAZ Blog über den Einsatz von Web 2.0 in Unternehmen: Schichtleiter-Blog. Beim Autozulieferer und Wehrtechnik-Spezialist Rheinmetall werden die Informationen zur Schichtübergabe gebloggt, weil sie dadurch dauerhaft sichtbar werden, statt auf Zetteln oder in Emails im Informationsnirvana zu verschwinden.
Jedoch wird auch deutlich, dass Web 2.0 und Enterprise 2.0 nicht an den Anwendungen, sondern häufig an den Menschen hängen. In Unternehmen kommen verschiedene Generationen mit unterschiedlichem Kommunikationsverhalten zusammen und nicht selten wird der Einsatz von Web 2.0 Technologien vom Management blockiert.
Wir haben die Papier-Generation, die E-Mail-Generation, die Instant-Messaging-Generation und die Community-Generation. Ihr gehört zur Zukunft, denn das Web 2.0 ist notwendig, um schnell, flexibel und wettbewerbsfähig zu bleiben
In einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens Coleman Parkes im Auftrag der Beratungsfirma Avanade gaben mehr als die Hälfte der Befragten an, dass sich sowohl ihre Vorgesetzten als auch die Technikchefs in ihren Unternehmen gegen die Einführung sozialer Medien sperrten. Allerdings waren auch drei von fünf Befragten der Meinung, die Unternehmensführung verkenne das große Potential sozialer Medien für Angestellte und Kunden.
Nahezu zeitgleich erschien im Manager Magazin ein Beitrag zu Web 2.0 für Unternehmen, der sich mit Einsatzmöglichkeiten von RSS-Feeds und Wikis beschäftigt.
In einem Dokumenten-Management-System (DMS) beispielsweise gibt es Akten, Dokumente und Vorgänge. Es kann durchaus sein, dass ein Mitarbeiter ein großes Interesse daran hat, über eine bestimmte Akte “auf dem Laufenden” zu bleiben – zum Beispiel bei einem Vertriebsmitarbeiter und der Kundenakte einer aktuellen Akquise. Oder ein Einkaufsmitarbeiter will ein Auge auf einen auffälligen Lieferanten haben. Natürlich könnte man ein System so aufsetzen, dass es immer, wenn sich an diesen Akten etwas ändert, eine E-Mail schickt. Aber genau das ist in den meisten Fällen eher nervig.
Warum nicht Feeds? Der Anwender kann dann eine Akte “abonnieren” und bekommt den Feed zu der Akte angezeigt: Wann hat mein Kunde im Helpdesk angerufen? Wann wurde von der Logistik ausgeliefert? Wann wurde die letzte Rechnung bezahlt?
Schon die beiden Artikel zeigen den Unterschied zwischen Informationsverteilung auf klassische Weise und Web 2.0-Art per Blog sehr deutlich. Während man im FAZ Blog zum Thema durch Kommentare mit dem Autor und anderen Lesern in Dialog treten kann, ist der Informationsweg im Manager Magazin eine Einbahnstraße.
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